Dienstag, 18. Juni 2013

Hochwasserschutz in Halle?

Überschwemmungen vor dem Gut Gimritz
Wie soll es mit diesem weitergehen? Wollen wir den Gimritzer Damm erhöhen auf 8m oder gar 10 m ? Aber was machen wir dann mit der Klaustorvorstadt und den Enklaven wie Ratswerder und Gut Gimritz etc.? Wo können noch Auslaufflächen und Rückhaltebecken bei evt. Hochwasser geschaffen werden. Wir müssen uns auf jeden Fall Gedanken machen.

Anregungen könnten von einer Resolution von Professorinnen und Professoren der Lehrstühle für Wasserbau und Ingenieurhydrologie an deutschen Universitäten vom 15.06.2013 kommen. Sie schreiben, dass jedes Hochwasser ein Unikat ist und durch verschiedene Ursachen (diesmal waren es extreme Regenfälle) entstehen kann. Sie schreiben weiter: Ein vollständiger Hochwasserschutz ist ökonomisch nicht sinnvoll und oftmals auch technisch nicht möglich. 
Was ist denn dann zu tun?

Die Professoren fordern:
  1. Konzentration des vorbeugenden Hochwasserschutzes auf Gefährdungsschwerpunkte
  2. Deichbau muss durch Rückhaltebecken und Flutpolder ergänzt werden.
  3. Hochwasserschutz muss länderübergreifend geregelt werden. Bundessache?
  4. neue Entwicklungen fördern (z.B. n eue Systeme zur Deichüberwachung und - sicherung , neue großräumige Planungsinstrumentarien zur Entwicklung f lussgebietsbezogener, länderübergreifender Hochwasserschutzkonzepte , welche die föderale Zersplitterung im Hochwasserschutz in Deutschland überwinden, neue bautechnische Ansätze für den Objektschutz und hochwassersichere Bauten)
 Die Professoren schließen, dass Hochwasserschutz zum Daseinsvorsorge gehört. Das ist für Halle unbedingt zu unterschreiben. Hier die Resolution im vollen Wortlaut: http://aktuell.ruhr-uni-bochum.de/mam/content/resolution-hochwasserschutz.pdf

Einen ganz andere Weg beschreitet Reimund Schwarze in seinen Scilogs: Er hätte gerne bei den immer häufiger auftretenden Schadensfällen eine andere Lastenverteilung. Ja, er sprich sogar von Gerichtigkeitslücken beim Hochwasserschutz. Großstädte werden zu Lasten dörflicher Gebiete geschützt (hier in Halle als Beispiel Schutz der Neustadt gegenüber der Klaustorvorstadt und den Enklaven) Tritt das ein, müssen auch die Lasten anders verteilt werden. Er ist für eine bezahlbare Hochwasserversicherung für alle. Angesichts der Gerechtigkeitslücke darf niemand mehr unversichert blieben. Hier der vollständige Blogartikel von Schwarze: http://www.scilogs.de/wblogs/blog/umweltforsch/allgemein/2013-06-11/wir-brauchen-einen-gesellschaftlichen-dialog-ber-die-kosten-des-hochwasserschutzes-und-die-verteilung-der-lasten#comment-47064

 Über diese Anregungen sollte unbedingt in Halle weiterdiskutiert werden. Das Tor darf nicht geschlossen werden.

Euer Rio






Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen