Donnerstag, 3. April 2014

LHW-Chef Henning mahnt Gesamtlösung für den Hochwasserschutz in Halle an

Die Informationsveranstaltung des Landesbetriebes für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW) fand, wie angekündigt, am Mi. 02. April um 18 Uhr statt. Der Saaleuferblog war mit vor Ort. Die Händelhalle war gefüllt, aber sie war nicht gut gefüllt. Viele Hallenser und besonders die aus Halle-Neustadt verpaßten die Chance, sich aus erster Hand über den Neubau des Gimritzer Dammes zu informieren. Immerhin kam auch der Oberbürgermeister Wiegand mit kleinem Stab und hörte interessiert zu. Es begann mit einleitenden Worten vom LHW-Chef Henning. Herr Friedrich stellt im anschließenden Vortrag den Neubau des Gimritzer Damms so vor, wie er bereits an einigen Orten im kleinen Kreis vorgestellt worden ist (siehe hier im Blog).

Schutzziel Halle-Neustadt + Eissporthalle und Festwiese

Er stellte uns die Schutzziele und Voraussetzungen vor. Wobei die Bauvoraussetzung HQ100 bzw. DIN-Norm 19712 auch in der späteren Diskussion nicht vollständig aufgelöst bzw. erklärt werden konnte. Bemüht und verzweifelt wirkte sein Exkurs zu Retentionsraum, der bereits im Vorfeld geschaffen werden muss. Wie er die angrenzenden Bundesländer Thüringen und Sachsen dazu bringen möchte, eben diesen Retentionsraum für Überflutungen zu schaffen, damit die Ballungsräume glimpflicher davonkommen, ist mir ein Rätsel geblieben. Es wirkte ein wenig wie das Rufen im dunklen Walde. 

Rote Linie bleibt!

Abgesehen von einem Zuckerstückchen für Gut Gimritz, es wird eine Autorampe neben dem Fluttor am Damm geben, hat sich an der Planung (rote Linie) nichts geändert. Die Ausbuchtung um die sogenannte Festwiese und die Eissporthalle bleibt. Die bereits erörterte Kombination aus Deich und Hochwassermauer bleibt ebenso. Viel Liebe verwendete Herr Friedrich für die Vorstellung von Begrünung für die Betonwand/Hochwasserschutzwand. Die Vermutung, dass die Wand ein Paradies für unsere Sprayer wird, nahezu ungestört, liegt näher.

Strömungsverhältnisse anders als berechnet?

Nach Herr Friedrich durfte sich Frau Dr. Scholz kompetent und ausführlich zu den Strömungsverhältnissen äußern. So erfuhren wir, dass beim Hochwasser 2013 die ungeheuren Wassermassen von 905 Kubikmetern pro Sekunde durch das Tal strömten. Das höchste errechnete HQ100 sieht dagegen nur 770 Kubikmeter pro Sekunde vor. Hier hat auch da LHW dazulernen müssen. Allerdings blieb bei aller kompetenten Berechnung schon ein Zweifel bei diesen Ausführungen, denn an Stellen, an denen Frau Dr. Strömung berechnete, war nach meiner Erinnerung keine und an deren Stelle dafür massive Strömung. Haben wir hier ein Theorie-Praxis-Problem? Oder wurden Dinge wie Gimritzer Parkmauer etc., die zu einem Staussee-Effekt im Park führt, schlichtweg nicht berechnet. Die Befürchtung der Altstädter, dass hier Verschlechterungen für die Altstadt weggerechnet werden, kann ich dagegen nicht teilen. Das liegt im minimalen Bereich.

Für LHW vorrangig der Gimritzer Damm wichtig

Auch die anschließende Diskussion brachte nichts Neues. Allerdings sah sich Herr Hennig irgendwann genötigt auszuführen, dass das LHW nur den Auftrag hat, den Gimritzer Damm in Ordnung zu bringen. Man könne sich keinesfalls in die kommunale Politik einmischen. Allerdings mahnte er eine Gesamtlösung für den Hochwasserschutz in Halle an. Selbstverständlich werde sich das LHW an dieser Diskussion beteiligen. Aber vorrangig sei jetzt der Neubau der Anlage Gimritzer Damm. Wann dieser nun endlich errichtet wird, erfuhren die Zuhörer konkret nicht. Gerichtliche Auseinandersetzungen wg. dem Projekt sind außerdem zu befürchten, aber wenig hilfreich.

Euer Rio

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